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Das amerikanische Wahlsystem

Das amerikanische Wahlsystem ist eines der kompliziertesten der Welt. Hier sind es nicht nur die Stimmen der Bürger, die das Wahlergebnis beeinflussen, sondern es spielen auch andere Komponenten eine wichtige Rolle dabei.

In den USA herrscht generell ein 2-Parteien System. Dies sind die Republikaner und die Demokraten. Es gibt zwar auch kleinere Parteien, wie etwa die Grünen, doch die spielen in der amerikanischen Politik nicht wirklich eine Rolle.

Diese beiden Parteien stellen einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl. In den USA ist es aber nicht so, dass dieser Kandidat von der Partei benannt wird. In den Vereinigten Staaten finden nämlich in jeder Partei Vorwahlen statt, bei denen mindestens zwei Kandidaten gegeneinander antreten. Sie reisen jeweils durch die einzelnen Bundesstaaten, stellen ihr Programm vor und hoffen, dass sie von den jeweiligen Delegierten im Bundesstaat gewählt werden. Wer die meisten Bundesstaaten "gewinnt", wird dann auf dem Delegiertenparteitag zum Präsidentschaftskandidaten gewählt und darf nun in den eigentlichen Wahlkampf ziehen. Jetzt findet der Wahlkampf der beiden Kandidaten der beiden Parteien statt.

Hier reisen sie nun durch das Land, stellen ihr Wahlprogramm vor und versuchen, so die Leute für sich zu stimmen. Außerdem finden TV-Duelle statt, in denen die beiden Kandidaten gegeneinander antreten.

Schließlich kommt es zur entscheidenden Wahl. Die findet in den Vereinigten Staaten immer am ersten Dienstag im November statt. Anders als in anderen Ländern gewinnt hier schlussendlich nicht unbedingt derjenige Kandidat, der die meisten Stimmen für sich hat. In den USA entscheiden die Wahlmänner über Sieg und Niederlage. Das Wahlmännergremium besteht aus 538 Wahlmännern, die den Präsidenten wählen. Die Anzahl der Wahlmänner pro Bundesstaat entspricht der Anzahl der Abgeordneten im Kongress. Die Anzahl der Wahlmänner, die pro Bundesstaat entsendet werden entspricht aber nicht zwingenderweise der eigentlichen Bevölkerungsverteilung. Außerdem hat jeder Bundesstaat eigene Regeln für die Wahl seiner Wahlmänner. Generell gilt das Prinzip "The winner takes it all". Das heißt, dass die Kandidaten in das Gremium gewählt werden, die die meisten Stimmen vereinen. Alle entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an. Diese Wahlmänner wählen nun den Präsidenten und sind theoretisch trotzdem nicht der Wählerstimme verpflichtet, d.h. sie können letztlich trotzdem nach eigenen Willen entscheiden und den Kandidaten wählen, den sie favorisieren. In der Regel wird jedoch der Wahlmann für den Kandidaten stimmen, der seiner Partei angehört. Der Sieger der Präsidentschaftswahl muss mindestens 270 der 538 Stimmen erhalten, um als Sieger zu gelten. Generell kann dieses Wahlsystem jedoch bei knappen Ergebnissen dazu führen, dass nicht der Präsidentschaftskandidat gewinnt, der im Volk die meisten Stimmen erhalten hat, sondern der mit den meisten Wahlmännern. Zuletzt passierte dies im Jahr 2000, als George W. Bush sich knapp gegen Al Gore durchsetzte und die Wahl letztlich erst durch einen Gerichtsentscheid gewann.